Warum jeder einmal Faszientraining probieren sollte

Artikel-warum-Faszientraining

Ich habe mich für einen Artikel über Faszienraining entschieden, da ich dem Ganzen selber skeptisch gegenüber stand. Als Fitnesstrainerin habe ich mir nicht vorstellen können, dass die Faszien eine solch große Auswirkung auf den Körper haben können.
Dank einer meiner Kolleginnen, die sich sehr mit dem Thema beschäftigt und Faszienstraining in Ihre Kurse integriert hat, habe ich angefangen diese Art der Trainingserweiterung auszuprobieren.
Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es für mich unverzichtbar geworden ist. Aber lest meinen Artikel und probiert es selber einmal aus =)

Faszientraining

Faszientraining unterscheidet sich von herkömmlichem Training. Man kennt das klassische Muskeltraining einzelner Muskelgruppen (Rückentraining, Bauchtraining etc.). Doch jetzt wird das ganze Lebensnetz trainiert. Lange wurde hin und her diskutiert, ob Faszientraining wirksam ist oder nicht. Als Fitnesstrainerin kann ich es mir nicht mehr vorstellen mein Trainingsprogramm ohne Faszientraining bzw. Faszien-Dehnung zu gestalten. Hat man noch vor wenigen Jahren die Faszien als völlig unnütz empfunden, so weiß man jetzt, dass ohne ein intaktes Faszien-Netz eine effektive Heilung von Gelenk- und Muskelschmerzen/Linderung von muskulären Verspannungen und Alltagssteifheit nicht möglich ist. Im Gegenteil: gezieltes Faszientraining beschleunigt den Heilungsprozess und hilft Verletzungen vorzubeugen.

Was sind Faszien überhaupt?

Muskelskelett Die sogenannten Faszien bezeichnet man auch als menschliches kollagenes Bindegewebsnetzwerk.
Man kann sich diese als netzartige Struktur vorstellen, die dem ganzen Körper Halt, Form und Elastizität geben. Das umfassende Faszien-Netzwerk durchzieht den ganzen Körper von hinten nach vorne und von oben bis unten. Dieses liegt wie ein feiner Ganzkörperanzug direkt unter der Haut und ist leicht verschiebbar. Neben den feinen gibt es auch die festen Faszien, die unter anderem für Stabilität der Organe etc. sorgen (Organumschließende Faszien).
Ein gesundes Bindegewebe ist fest und elastisch zugleich. Es zeichnet sich durch seine Biegsamkeit und Reißfestigkeit aus.

Was bewirkt das Faszientraining / warum ist es wichtig?

Durch schlechtes Bindegewebe (verfilzte Faszien) fühlen wir uns steif und unbeweglich. Muskelverspannungen plagen uns und die Alterssteifheit tritt ein. Adhärente Faszien sind nicht nur schlecht für die Muskulatur, sondern auch für die Gelenke, Bandscheiben und Sehnenbelastbarkeit. Regelmäßiges Faszientraining steigert die Belastbarkeit der Sehnen, Bänder und der Muskulatur. Schmerzhafte Reibungen der Gelenke, zum Beispiel der Bandscheibe oder des Hüftgelenks und Muskelverletzungen werden vorgebeugt. Um ein Intaktes schwungvolles Lebensnetz (Faszien-Netz) zu halten bzw. zu erlangen, ist Faszientraining unerlässlich. Man unterscheidet mehrere Arten von Faszientraining.

Dehnübungen / Stretching

Anders als beim normalen Dehnen (einzelne Muskelgruppen werden gedehnt) werden hier durch verschiedene Übungen alle Muskelgruppen gedehnt. Die körperliche Grundspannung ist von hoher Wichtigkeit. Es kommt nicht mehr auf den Ansatz und Ursprung der einzelnen Muskeln, sondern auf ein Muskelstretching des Lebensnetzes an. Gedehnt wird dynamisch schnell oder langsam. Anders als beim klassischen Dehnvorgang (statisches Dehnen) wird beim dynamischen Dehnen nicht nur die Dehnung gehalten, sondern leicht gewippt. Wie oben beschrieben ist dabei die Grundspannung nicht außer Acht zu lassen um die Faszien gezielt anzusprechen.

Faszientraining

Methoden zur Elastizitätsrückgewinnung

Mehr Kraft und Beweglichkeit erlangt man mit Hilfe verschiedener Prinzipien (Elastic-Recoil, Rebound Elasticity). Durch optimale Vorspannung des Fasziengewebes kann maximale Kraftleitung erbracht werden. Dieses Trainingsprinzip wird dem Rückenschultraining viel Neues hinzufügen.

Faszienentspannung

Bindegewebsstrukturen werden mit Hilfe von Hilfsmitteln (Rollen mit oder ohne Struktur oder kleinen Bällen) bearbeitet. Die Faszien werden in unterschiedlichen Positionen einem Druck ausgesetzt und geben diesem nach. Dadurch lösen sich Verklebungen und eine erhebliche Schmerzlinderung oder Beweglichkeitssteigerung tritt ein. Diese Art von Schmerztherapie wird schon seit Langem nicht mehr nur bei Sportlern eingesetzt, sondern auch in Orthopädiepraxen oder Physiotherapiepraxen angewendet.

Kombination aller Methoden
Kombiniert man alle Methoden lässt sich eine schöne Trainingseinheit zaubern, die einem viel Spaß bereitet und eine gezielte Beweglichkeitssteigerung und Schmerzlinderung schafft.

Solltest Du noch eine Faszienrolle oder einen Massageball benötigen, schau bei uns im Shop vorbei!

Maren Halemba

Huhu, ich bin Maren. Ich bin bei #DoYourSports für den Kundenservice zuständig und bearbeite eure Anliegen aller Art=). Ich bin gelernte Sport und Fitnesskauffrau und schreibe gerne mal über Sportthemen. Ich freue mich wenn das ein oder andere Thema für euch interessant ist und ich euch bei bei Fragen rund um das Thema Fitness, Yoga und Pilates weiterhelfen kann. Liebe Grüße Maren.

Verwandte Artikel

Diskussion über post

  1. Rita T. sagt:

    Hallo!

    Super Artikel, ganz tolle Erklärungen und praktische Tipps!

    Verständlich, dass du als Fitnesslehrerin dem nicht ganz vertraut hast, aber dennoch großartig, dass du so offen warst und dem eine Chance gegeben hast!

    Ich finde das Faszientraining auch eine angenehme Art der Fitness, die den Körper vital und beweglich erhält!

    Mir gefällts, dass dem Thema immer größere Bedeutung zukommt und so noch mehr Menschen geholfen werden kann!

    Danke nochmals,
    LG!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.