Das Wurzelchakra – 5 Übungen um wieder ins Gleichgewicht zu kommen

Wurzelchakra Bakasana Krähe

Das erste und somit das Basischakra ist Muladhara und im Bereich des Beckenbodens. Das Wurzelchakra steht für die Erdung. Es heißt Wurzel (Mula) und Stütze (adhara) und verweist damit auf das, was uns Halt gibt im Leben, was uns trägt und bodenständig werden lässt. Es steht für fundamentale Themen wie Sicherheit, Nahrung, Obdach.

Gelassenheit, Erdung und Ur-Vertrauen sind Eigenschaften eines geöffneten Muladhara Chakras.

Menschen mit einer „gesunden“ Basis fühlen sich oft mit der Natur verbunden, sind selbstsicher, aktiv und vital. Sie stehen sozusagen mit beiden Beinen im Leben.

Wenn unsere Lebensthemen mit Ängsten und Sorgen bezüglich unserer Basis (also das vermeintliche Überleben oder auch unserer Fortpflanzung) verbunden sind oder wir uns heimatlos und unsicher fühlen, sind das oft Anzeichen dafür, dass es uns an Erdung fehlt und das Muladhara Chakra im Beckenboden blockiert ist.

Ursachen für ein blockiertes Wurzelchakra können zum Beispiele Probleme mit Deiner Familie / Deinem Partner sein. Auch finanzielle Probleme bedingt durch zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder eine Krankheit können uns manchmal „den Boden unter den Füßen“ wegziehen. Nicht selten ist eine Blockade in diesem Chakra auch mit einem traumatischen Erlebnis in der Vergangenheit verbunden, dass das „Urvertrauen“ zerstört hat.

Ein gestörtes Muladhara-Chakra kann auch körperliche Auswirkungen wie z.B. Darmerkrankungen, Kreuzschmerzen oder auch depressive Verstimmung durch existentielle Ängste haben. Oft neigen Menschen mit stark gestörter Basis zu Suchtproblemen.

Yoga und Meditation können dabei helfen, das Urvertrauen wieder aufzubauen, Dich zu erden und das Selbstwertgefühl zu steigern.

Fünf Übungen zur Stärkung Deines Wurzelchakras

Mula Bandha

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Die Bandhas sind im Yoga sehr wichtig. Diese „Muskelverschlüsse“ helfen uns dabei, unsere Energie im Körper zu halten. Sie sind wichtig, um uns zu zentrieren und auszubalancieren.

Für das Wurzelchakra hat Mula Bandha – der Wurzelverschluss  – eine wichtige Bedeutung. Hierbei handelt es sich um eine Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur. Es ist ein wenig so, als würdest du den Harndrang zurückhalten wollen.

In den meisten Asanas im Yoga wird Mula Bandha gemeinsam mit Uddiyana bandha (das erläutere ich beim dritten Chakra genauer) durchgehend aktiviert, besonders bei stehende Haltungen, Armbalancen oder auch Rückbeugen.

Wenn Du Dich mehr erden möchtest, dann mache Dich mit diesem Verschluss vertraut und wende es in Deiner Yogapraxis bewusst an.

Kuh / Katze

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Richte Dich im Vierfußstand gut aus: Deine Beine sind hüftweit, die Arme schulterbreit auseinander, der Fußspann liegt am Boden. Hand- und Schultergelenke sind in einer Linie und Deine Hände gut aufgefächert. Achte darauf, dass das Handgelenk nicht einknickt und der Mittelfinger nach vorne ausgerichtet ist. Die Wirbelsäule ist gerade und Dein Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule.

Wenn Du merkst, dass die Haltung Deine Knie belastet, dann lege Dir eine mehrfach gefaltete Decke unter die Knie.

Mit der nächsten Einatmung lässt Du den Bauch Richtung Matte sinken und kommst in ein geführtes Hohlkreuz. Dein Brustbein schiebt nach vorne raus. Die Arme sind durchgestreckt und die Schulterblätter ziehen zueinander. Der Blick ist nach vorne gerichtet. Bauch und Beckenboden sind entspannt.

Mit der Ausatmung ziehst Du den Beckenboden sanft nach innen oben, der Nabel geht Richtung Wirbelsäule und Du kommst langsam in einen Katzenbuckel, in dem Du den oberen Rücken rundest. Du drückst Dich aus den Schultern heraus hoch, Dein Kinn zieht Richtung Brustbein.

Diesen Flow mache jetzt einige Male hintereinander – richte Dich dabei nach Deinem Atem, der Atem führt die Bewegung an. Mit dieser Übung mobilisierst Du die Wirbelsäule und beugst Rückenschmerzen vor. In dieser Übung kannst Du ganz wunderbar in Dein Wurzelchakra spüren und den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung in seichter Bewegung wahrnehmen.

Tadasana – der Berg

tadasana-berg

Tadasana ist eine sehr wichtige Position im Yoga. Sie erdet Dich und richtet Dich gleichermaßen nach oben aus. Du findest hier einen angenehmen Stand. Ob Du die Beine eng beieinander hast oder etwas weiter auseinander ist Dir selbst überlassen. Mach es wie es für Dich am besten ist. Verteile Dein Gewicht gleichmäßig auf beide Fußsohlen. Spüre bewusst die Verbundenheit mit dem Boden und richte Dich von hier aus langsam nach oben aus. Der Körper hat eine angenehme Grundspannug, die Wirbelsäule ist gerade, der Brustbereich öffnet sich und der Blick geht entspannt nach vorne raus.

Wurzel-Chakra
Mit jeder Einatmung öffnet sich Dein Beckenboden leicht, Du nimmt Energie aus der Erde in den ganzen Körper auf und ausatment kontrahiere den Beckenboden und Unterbauch, um die neu gewonnene Energie im Körper zu halten und nach oben hin zu wachsen. Diese kleine Übung kannst Du in allen stehenden Haltungen ein paar Atemzüge praktizieren, um somit dein Wurzelchakra zu öffnen und zu festigen.

Weitere Standhaltungen

Wurzelchakra Übungen: Stehende Haltungen

Weitere Standhaltungen wie High Lunge, Vrksana, Balasana oder auch Trikonasana – das Dreieck – sind Übungen, die Deine Standkraft und damit die Verbundenheit zur Erde stärken. Suche Dir hier ein paar Übungen aus, halte sie und richte die Aufmerksamkeit – wie gerade beschrieben – auf Dein Wurzel-Chakra.

Die genaue Ausrichtung verschiedener Standhaltungen hat Ann-Christin bereits in ihren Artikeln „Stehende Haltungen“ und „Balance“ beschrieben.

Atemwahrnehmung / Meditation für das Wurzelchakra

Begib Dich in einen aufrechten Sitz Deiner Wahl. Finde Dich hier in Ruhe ein und beobachte für eine Weile Deinen Atem. Dann richte die Aufmerksamkeit auf Dein erstes Energiezentrum, das sich unten im Beckenboden befindet. Verweile dort ohne eine Erwartungshaltung. Nimm einfach wahr, wie es sich in diesem Bereich anfühlt. Deine reine Aufmerksamkeit bewirkt eine sanfte Belebung des Wurzel Chakras. Du spürst deutlich wo es sitzt und wie es aktiviert wird. Eine warme, pulsierende Energie strömt in ihm. Spüre diese Energie einige Zeit und nimm wahr wie sie sich anfühlt. Verweile hier, solange es Dir gut tut.

Viel Spaß beim Üben!

Kerstin

Namaste! Ich bin Kerstin und unterrichte seit gut anderthalb Jahren mit ganz viel Herzblut Yoga. Ausgebildet bin ich im Vinyasa-Stil, wobei ich viele andere Yogarichtungen und vor allem Entspannungstechniken in meinen Unterricht einfließen lasse. Für mich ist Yoga weitaus mehr als das Ausüben verschiedenster Körperhaltungen – Yoga ist eine wunderbare Lebensphilosophie, die dabei hilft, den Geist zu bändigen und durch Achtsamkeit im Hier und Jetzt anzukommen. Yoga ist Lebensfreude pur. Ich freue mich, dass ich das hier mit Euch teilen darf!

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