Die Lehre von den Chakren

Im Yoga spielen die Chakren eine wichtige Rolle. Vielleicht hast Du im Unterricht schon mal von Muladara, Manipura oder Anahata gehört. Das sind drei der sieben Hauptchakren, die häufig auch in einem anderen Zusammenhang in den Yogaunterricht einfließen.

Die Chakrenlehre ist unglaublich komplex und um sie wirklich zu verstehen, muss man tief in die Yogaphilosophie eintauchen.

Ich versuche mal, hier die wichtigsten Aspekte heraus zu stellen, um Dir einen ungefähren Überblick zu verschaffen.

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Um die Chakren näher zu erläutern, ist es wichtig zu wissen, dass unsere Körper von unzähligen Energiekanälen – die Nadis genannt werden – durchzogen sind. Sie transportieren unsere Lebensenergie – auch Prana genannt. Angeblich gibt es rund 72.000 Nadis, welche indische Weise in tiefer Meditation erspürt haben sollen. Die drei wichtigsten sind Sushumna, Ida und Pingala. Sushumna fängt am Steißbein an und verläuft durch die Wirbelsäule entlang der Hauptchakren bis zur Kopfeskrone, Ida und Pingala beginnen an der Basis der Wirbelsäule und schlängeln sich um sie herum bis zu den Nasenlöchern. Pingala endet rechts und wird mit der männlichen Energie verbunden und Ida endet links und verkörpert die weibliche Energie.

Als Chakren werden die unsichtbaren, feinstofflichen Energiezentren des Körpers bezeichnet, die sich entlang der Wirbelsäule bis zur Kopfeskrone aufreihen. Die sieben Hauptchakren – die im Yoga von Bedeutung sind – gelten als die Zentren subtiler Lebensenergie in der Sushumna. Sie sind Bewusstseinszentren und Lagerplätze für Energiekräfte. Wörtlich übersetzt bedeutet Chakra soviel wie „Rad“, weil sie typischerweise rund sind wie ein Rad. Du kannst Dir jedes Chakra wie eine Art Schwungrad vorstellen, dass die Energie von einer tieferen zur nächsthöheren Entwicklungsstufe transportiert. Ein höchster Zustand der Ausgeglichenheit ist erst dann erreicht, wenn jede Blockade gelöst wurde und alle Chakren so offen sind, dass die Energie wieder frei und ungehindert fließen kann.

Der Zustand der Chakren – Grad der Öffnung, Blockaden, Energiestärke etc. – repräsentiert gleichzeitig den Zustand des Bewusstseins bzw. der Spiritualität. Die Chakren sind quasi der Spiegel unseres Bewusstseinzustandes und zeigen sehr deutlich, wo wir in unserer Entwicklung stehen, welche Themen und Probleme anstehen und bewältigt oder angeschaut werden sollen.

Jedes Chakra hat seine vorherrschende Charakteristik und besitzt eine bestimmte Bedeutung für unseren Körper, den Geist und die Seele.

Kundalini – die Schlange erwacht zum Leben

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Im Kundalini-Yoga geht es unter anderem darum, die Schlange zu erwecken. Kundalini bedeutet so viel wie „zusammengerollte Schlangenkraft“. Der Überlieferung nach sollen hellsichtige Weise die am Steißbein (an der Basis der Sushumna) zusammengerollte schlafende Schlange gesehen haben, die deren Energiefluss blockiert. Sobald jemand seine Kundalini-Energie aktivieren kann, entrollt sich die Schlange langsam an der Wirbelsäule entlang nach oben – im besten Fall erreicht sie den Scheitel und führt zu spirituellen Erleuchtungserlebnissen.

Die Erweckung der Kundalini ist untrennbar verknüpft mit den Chakren. Ganz unten am Steißbein sitzt das Wurzelchakra, ganz oben am Scheitel das Kronen- bzw. Scheitelchakra. Die nach oben steigende Energie aktiviert im Idealfall der Reihe nach alle Chakren, die die Kundalini-Energie in immer höhere Schwingungen versetzt, bis am Ende beim Kronenchakra der finale „Kronleuchter“ angeht.

Und die verschiedensten Yogaübungen von den Körperübungen über Pranayama hin zur Meditation sind ein Weg, die Schlange allmählich zu wecken und Hindernisse im Leben beiseite zu räumen.

Die sieben Chakren auf einen Blick

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Muladhara Chakra („Halter oder Wurzel“) wird auch Basis- oder Wurzelchakra genannt. Es sitzt im Beckenboden.
Ihm werden das Element Erde, der Geruchssinn, die Farbe Rot und die Silbe/der Buchstabe Lam/U zugeordnet.
Verbunden wird das Muladhara Chakra mit der Fähigkeit, sich im Leben verwurzelt zu fühlen.

Svadhishthana Chakra („Orte des Selbst“) wird auch Sakralchakra genannt. Es sitzt im Unterleib. Ihm werden das Element Wasser, der Geschmackssinn, die Farbe Orange und die Silbe/der Buchstabe Vam/O zugeordnet. Verbunden wird das Svadhishthana Chakra mit dem, was die eigene Identität ausmacht.

Manipura Chakra („Stadt der Juwelen“) wird auch Solarplexuschakra oder Nabelchakra genannt. Es sitzt im Oberbauch. Ihm werden das Element Feuer, der Sehsinn, die Farbe Gelb und die Silbe/der Buchstabe: Ram/OU zugeordnet. Verbunden wird das Manipura Chakra mit dem, was das eigenen Selbst ausmacht.

Anahata Chakra („Nicht-angeschlagener (mystischer) Ton“) wird auch Herzchakra genannt und sitzt im Brustraum. Ihm werden das Element Luft, der Tastsinn, die Farbe Grün und die Silbe/der Buchstabe Yam/A zugeordnet. Verbunden wird das Anahata Chakra mit allen emotionalen Themen.

Vishuddha Chakra („das Lautere, Reine“) wird auch Hals- oder Kehlkopfchakra genannt und es sitzt im Hals. Ihm werden das Element Äther, der Hörsinn, die Farbe Meeresblau und die Silbe/der Buchstabe: Ham/I zugeordnet. Verbunden wird das Vishuddha Chakra mit dem achtsamen Verarbeiten und der Interpretation der Sinneseindrücke.

Ajna Chakra („Ort des Befehls“) wird auch Stirnchakra oder Drittes-Auge-Chakra genannt. Es sitzt im Stirnraum. Ihm werden Geisteskräfte (feinstofflich), der Gleichgewichtssinn, die Farbe Dunkelblau und die Silbe/der Buchstabe OM/E zugeordnet. Verbunden wird das Ajna Chakra mit der Fähigkeit, sich selbst zu erkennen, das Leben und sich selbst so zu sehen, wie es ist.

Sahasrara Chakra („Tausendblättiger Lotus“) wird auch Kopf- oder Kronenchakra genannt. Es sitzt an der Krone des Kopfes. Ihm werden weder Element noch Sinn zugeordnet, wohl aber die Farbe Violett und die Silbe/der Buchstabe: Innerer Klang / M. Das Sahasrara Chakra wird verbunden mit der Fähigkeit, mit sich selbst und allem im Einklang zu sein.

Im Einklang mit Dir – Blockaden lösen

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Wenn wir uns näher mit den Chakren befassen, können wir durch sie jegliche Probleme und Blockaden unserer Entwicklung erkennen.

Und das eröffnet die Möglichkeit, diese Entwicklung durch die Arbeit mit den Chakren zu beeinflussen. Eine Aktivierung, Öffnung, Reinigung und Heilung der Chakren nimmt entsprechenden Einfluss auf unseren Bewusstseinszustand.

Daher möchte ich Dir in den kommenden sieben Wochen jedes einzelne Chakra einmal näher vorstellen und Dir ein paar Yoga- und Meditationsübungen mit an die Hand geben, damit Du Dich auch ganz praktisch mit den Chakren beschäftigen kannst.

Bis dahin eine schöne Woche!

Namaste!
Kerstin

Kerstin

Namaste! Ich bin Kerstin und unterrichte seit gut anderthalb Jahren mit ganz viel Herzblut Yoga. Ausgebildet bin ich im Vinyasa-Stil, wobei ich viele andere Yogarichtungen und vor allem Entspannungstechniken in meinen Unterricht einfließen lasse. Für mich ist Yoga weitaus mehr als das Ausüben verschiedenster Körperhaltungen – Yoga ist eine wunderbare Lebensphilosophie, die dabei hilft, den Geist zu bändigen und durch Achtsamkeit im Hier und Jetzt anzukommen. Yoga ist Lebensfreude pur. Ich freue mich, dass ich das hier mit Euch teilen darf!

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