Vier Mantras und ihre Bedeutung im Yoga

Mantras – das sind uralte, heilige Klänge und Hymnen. Das Wort kommt aus dem Sanskrit und setzt sich aus den beiden Silben „man“ und „tra“ zusammen, die von „manas“ und „trajate“ abgeleitet sind. Übersetzt beudeutet das soviel wie „den Geist befreien“. Mantren sind demnach also (spirituelle) Klangschwingungen, die dabei helfen, den Geist von dem materiell konditionierten Bewusstsein zu befreien. Mantras werden entweder rezitiert (gechantet), gesungen oder man lässt sie im Geiste klingen.
Das Rezitieren oder Singen von Mantras ist wirklich wohltuend. Es wirkt sich klärend auf den Geist aus und lässt das Ego schwinden.

In Indien wird traditionellerweise ein bestimmtes Mantra von einem Lehrer an einen Schüler gegeben. Wenn er dieses ständig wiederholt und sich dessen tiefer Bedeutung bewusst wird, dann erst kann sich angeblich die Wirkung des Mantras in der Tiefe entfalten.

Um Mantras zu singen oder zu rezitieren, muss man kein Sanskrit studiert haben. Genau genommen ist das Nachdenken über die Bedeutung der Silben nur zweitrangig. Mantras wirken nicht auf der „Denk-Ebene“, sondern durch das hingebungsvolle Tun. Durch das ständige Wiederholen – ob gesungen oder gechantet – entstehen wundersame Klang-Schwingungen, die sehr beruhigend wirken.

Es gibt unzählige Mantras, denen unterschiedlichen Wirkungen zugeschrieben werden. Mantra chanten eignet sich prima, um die Gedanken zu fokussieren und dabei gleichzeitig in ein meditatives Gewahrsein zu gelangen.

Es wird vielerorts Mantrasingen angeboten. Also: Einfach mal ausprobieren und sich überraschen lassen!

Vier Mantras

Om

Das Om ist wohl das bekannteste und wichtigste Mantra im Yoga und wird schon seit Jahrtausenden von Buddhisten und Hinduisten als Symbol für das Göttliche verwendet.

mantras

Die heilige Silbe Om setzt sich aus den drei Buchstaben AUM zusammen und repräsentiert so die Dreieinigkeit universeller Prinzipien wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft oder die drei Hauptgötter im Hinduismus, Vishnu, Shiva und Brahma. Der Klang des Om beschreibt den Urklang des Universums und bewirkt eine harmonische Schwingung, die den Körper spürbar vom Bauch bis zum Scheitel durchdringt.
In fast allen Yoga-Stilen wird das Om am Anfang und Ende der Yogastunde gesungen, um sich zu zentrieren und innere Ruhe und Harmonie herzustellen. Oft wird das Mantra durch die Silbe „shanti“ ergänzt, die für Frieden steht.

Das Om (AUM) ist in gewisser Weise das Mantra unter den Mantren – das Urmantra, auf dem alle anderen Mantren aufgebaut sind. Es ist eine Silbe aus dem Sanskrit, der Sprache der Veden aus dem alten Indien. Das Om gilt bei den Hindus, Jainas und Buddhisten bis heute als heilig.

Sein Klang steht für den transzendenten Urklang, aus dessen Vibrationen nach hinduistischem Verständnis das gesamte Universum entstand. Es bezeichnet die höchste Gottesvorstellung, das formlose Brahman, die unpersönliche Weltseele. Diese umfasst das Reich der sichtbaren Erscheinungen und das Reich des Transzendenten.

Gayatri–Mantra

Spätestens seit Deva Premal ist das Gayatri-Mantra auch hier im Westen bei den Yogis ein Begriff. Dieses Mantra ist eines der ältesten und mächtigsten Mantren und soll besonders unser Herz reinigen. Der gesamt Text lautet:

Om Bhur Bhuvah Svaha
Tat Savitur Varenyam
Bhargo Divasya Dhimahi
Dhiyo Yo Nah Prachodayat

Laut Tradition wird dieses Mantra als „Mutter der Veden“ bezeichnet. Noch heute ist es für viele Hindus das tägliche Gebet, das sich nicht an die Gottheit, sondern an die Sonne als sichtbare Repräsentation des Höchsten richtet.

Es gibt viele Übersetzungen, die wohl gängigste lautet: „Om – Wir meditieren über den Glanz und die Strahlung der anbetungswürdigen höchsten Göttlichen Wirklichkeit, der Quelle alles Seins, der physischen, astralen und kausalen Ebene. Möge das höchste Göttliche Wesen unseren Geist erleuchten und unser Unterscheidungsvermögen erwecken, damit wir die absolute Wahrheit erfahren“

So’ ham

stimmungsvoll

So’ ham ist ein hinduistisches Mantra, das in mehreren Upanishaden erwähnt wird und auch hier im Westen bekannt ist. Es bedeutet soviel wie »Er ist ich« bzw. »Ich bin Er« und symbolisiert die Einheit der Individualseele mit dem Absoluten. So´ham wird auch in Yogastunden häufiger mal verwendet, wahrscheinlich auch deshalb, weil es sehr kurz und somit sofort von jedermann zu rezitieren ist.

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu

Lokah Samastah Sukhino Bhavantu ist ein Mangala Mantra und Mantra für Frieden, Harmonie und Glück, das aus der jahrtausende alten Rig Veda stammt. Übersetzt bedeutet der Segensspruch so viel wie „Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein “. Es soll uns daran erinnern, dass wir alle verbunden sind und selbst nur Glück erfahren können, wenn wir unser Herz öffnen und gegenüber anderen Menschen Wohlwollen und Liebe zeigen. Traditionell wird das Mantra zum Ende der Yogastunde rezitiert um positive Schwingungen und harmonische Energien für den Weltfrieden freizusetzen.

Verschiedene Yogarichtungen nutzen verschiedene Mantren

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Je nachdem, aus welcher „Richtung“ der Yogastil kommt, werden unterschiedliche Mantren im Unterricht gelehrt und verwendet. Im Kundalini-Yoga ist es zum Beispiel das Mantra „Long Time Sun“, mit dem jede Stunde endet.

Im Ashtanga gibt es das „Ashtanga Yoga Mantra“ und der Gründer des Anusara Yoga Stils John Friend hat nach eigenen Angaben das Mantra „Om Namah Shivaya Gurave“ von der Meisterin Gurumayi Chidvilasananda empfangen. Aus diesem Grund wird es zu Beginn jeder Anusara Yogastunde drei Mal rezitiert, um die göttliche Energie und den universellen Geist anzuerkennen.

Mein persönliches Lieblingsmantra ist „Shiva Shambo“ eine Verehrung an den Gott „Shiva“, der gerade bei den Yogis sehr verehrt wird. Gesungen hat dieses Mantra als Kirtan unglaublich viel Kraft und lässt einen alles um sich herum vergessen.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Kerstin

Namaste! Ich bin Kerstin und unterrichte seit gut anderthalb Jahren mit ganz viel Herzblut Yoga. Ausgebildet bin ich im Vinyasa-Stil, wobei ich viele andere Yogarichtungen und vor allem Entspannungstechniken in meinen Unterricht einfließen lasse. Für mich ist Yoga weitaus mehr als das Ausüben verschiedenster Körperhaltungen – Yoga ist eine wunderbare Lebensphilosophie, die dabei hilft, den Geist zu bändigen und durch Achtsamkeit im Hier und Jetzt anzukommen. Yoga ist Lebensfreude pur. Ich freue mich, dass ich das hier mit Euch teilen darf!

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